Ich wurde 1954 in Schaffhausen (Schweiz) geboren, studierte von 1974 bis 1980 in Zürich und an der Pariser Sorbonne Romanistik und Russistik und promovierte 1984 zum Dr. phil. Von 1982 bis 1994 lebte ich in Paris, seither lebe ich als freier Autor in Heidelberg. Ich bin Romanautor, Lyriker, Essayist, Biograph, Autor von Hörbüchern, Übersetzer und Herausgeber, u.a. der zehnbändigen Ossip-Mandelstam-Gesamtausgabe im damaligen Ammann Verlag, Zürich, jetzt erhältlich beim S. Fischer Verlag, Frankfurt.
Dies sind meine Bücher und Editionen, in umgekehrter Chronologie:
Im August 2017 erscheint im Wallstein Verlag, Göttingen, der Band Rutebeuf – Winterpech & Sommerpech. Es ist der dritte Flügel meiner „Kleinen Trilogie des 13. Jahrhunderts“, ein Versuch, die Wurzeln unserer literarischen Moderne im Mittelalter aufzuspüren. Der Pariser Dichter Rutebeuf (12301285) hinterließ sehr modern anmutende Poeme voller Verzweiflung, Empörung, Poesie und Witz. In 750 Jahren wurden sie noch nie ins Deutsche übersetzt und vermittelt.
Im Januar 2017 erscheint mein Essay Dantes Gesänge – Gerät zum Einfangen der Zukunft. Ossip Mandelstams „Gespräch über Dante“   im Wallstein Verlag. Das ist der wichtigste Essay überhaupt im Werk Ossip Mandelstams. Mein Essay untersucht diesen zentralen Text und gibt gleichzeitig neue Anregungen zur Erkundung der Strahlkraft des großen Dichters und Philosophen Dante Alighieri in der Weltliteratur.
Im Juli 2016 erscheint im Heidelberger Verlag „Das Wunderhorn“ –  zweisprachig: spanisch-deutsch der Katalog Ossip Mandelstam – Wort und Schicksal der Mandelstam-Ausstellung, die in den Unesco- Literaturstädten Heidelberg und Granada gezeigt wird. Darin finden sich meine beiden Essays „Die Spindel fliegt: Mandelstam in Heidelberg“ und  „Stieglitz und blaues Pferd. Ossip Mandelstam in ‚Wälder-Salamanca‘“.
Zu Ossip Mandelstams 125. Geburtstag am 15. Januar 2016 erscheinen zwei neue Bücher:                                                                                                                                                                                                                                                                              Im S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, mein Ossip-Mandelstam- Lesebuch Bahnhofskonzert, und im Wallstein Verlag, Göttingen, das Buch Mandelstam, Heidelberg. Gedichte und Briefe 1909–1910, mit einem Essay über deutsche Echos im Werk des russischen Dichters:   „Ich war das Buch, das euch im Traum erscheint“.                                                                                                                                                                              
Im August 2015 erscheint im Wallstein Verlag mein Roman Die Liebenden von Mantua, ein Roman über die Erdbebenzonen des Lebens, über eine neue Liebesutopie, über Religion und Renaissance, den unsicheren Status der Wirklichkeit und die unheimliche Macht der Schrift.
Im August 2014 erscheint mit dem Band Richard de Fournival – Das Liebesbestiarium die Fortsetzung meiner poetischen Erkundung eines unbekannten, fremden und dennoch erstaunlich modern wirkenden französischen Mittelalters. Ein amüsantes, staunenmachendes Buch über die ungeahnten Möglichkeiten der Liebe zwischen Mann und Frau und ihre bizarren Spiegelungen in der Welt der Natur.
Im März 2013 erscheint mein erster Roman Soutines letzte Fahrt im Wallstein Verlag Göttingen. Ein Roman über Kindheit, Krankheit und Kunst. Über die Wunden des Exils, die Ohnmacht des Buchstabens und die überwältigende Macht der Bilder.
Am 1. März 2012 erscheint im Wallstein Verlag, Göttingen, mein Buch Das Lied vom Honig – Eine Kulturgeschichte der Biene. Der Leser soll auf einen Ausflug in die erstaunlich reiche Kulturgeschichte der Biene und des Honigs entführt werden. Keine Flügel sind nötig, nur ein wenig Phantasie. Aber das ist vielleicht ohnehin dasselbe...
Im August 2010 erscheint im Wallstein Verlag, Göttingen, mein Buch Fatrasien – Absurde Poesie des Mittelalters. Verrückte Nonsens- Gedichte aus dem 13. Jahrhundert? – geradezu unglaublich! Eine Reise in die surrealistischen Träume des Mittelalters. Die Entdeckung einer bisher unbekannten Wurzel der modernen Poesie.
Im Oktober 2009 erscheint im Pariser Verlag „Le Bruit du temps“ eine zweisprachige – französisch/deutsche – Auswahl meiner Gedichte unter dem Titel Novalis au vignoble et autres poèmes. Es sind Texte aus meinen Gedichtbänden Notizbuch der Grabsprüche (2002), Novalis im Weinberg (2005) und Salz (2007).
Im Herbst 2009 erscheint mein Buch Liebe Olive – Eine kleine Kulturgeschichte im Ammann Verlag, Zürich (Neuauflage: Wallstein Verlag, Göttingen 2013). In zwanzig Oliven-Kapiteln – zweimal zwei symbolische Handvoll Oliven – geht es um Kult und Magie der Olive in Mythos und Moderne, um den ewigen menschlichen Traum von Glück und Fülle, um die Zerstörungskraft der Zeit und die Beharrlichkeit eines geduldigen Baumes und Überlebenskünstlers.
Im Herbst 2007 erscheint, mit wunderschönen Fotos ausgestattet, das Buch Salz – Das weiße Gold. Von Thomas Strässle. Mit Gedichten von Ralph Dutli (Sanssouci im Carl Hanser Verlag, München). Es kreist um den seit Jahrmillionen unvergänglichen Stoff, ohne den es kein Leben auf der Erde gäbe.
Was Poesie kann und will, und vielleicht auch soll – um diese Frage geht es in meinem im Frühjahr 2007 erschienenen Buch Nichts als Wunder – Essays über Poesie (Ammann Verlag, Zürich). Poesie ist für mich ein Lebensmittel und eine Energiequelle.
Im Herbst 2005 erscheint mein Gedichtband Novalis im Weinberg im Ammann Verlag. „Über meine Schulter gebeugt, begann der Weinberg mir Dinge ins Notizbuch zu kritzeln, die ich mir gern habe träumen Das lassen. Ich wollte meine Träume in den Weinberg verlegen. Den Weinberg erotisieren.“
Meine Ossip-Mandelstam-Biographie Mandelstam – Meine Zeit, mein Tier erscheint im Herbst 2003 (Ammann Verlag, Zürich). Es ist die international erste umfassende Werkbiographie des russischen Dichters und der Versuch, zwei Gefahren zu vermeiden: das Weiterweben an der Heiligenlegende und die modische Demontage der Person.
Mein Gedichtzyklus „Aus dem Knie blüht das achtblättrige Kleeblatt“ (zu Arnold Böcklin, „Die Muse des Anakreon“, 1873) steht in der Anthologie: Muscheln und Blumen – Literarische Texte zu Werken der Kunst (Ammann Verlag, Zürich 2003).
In kleiner, bibliophiler Auflage erscheint 2003 auch mein Gedichtzyklus Hotaru – Das Leuchtkäferbüfett mit einer Radierung von Bruno Ritter (Maloja / Chiavenna).
Im Frühjahr 2002 erscheint mein Gedichtband Notizbuch der Grabsprüche (Rimbaud Verlag, Aachen), eine Auswahl meiner Gedichte aus zwanzig Jahren (1982–2002).
Zwei meiner Gedichte, „Ein Tödlein aus Ambras“ und „Neun Oliven, 2“, finden sich in der Anthologie von Peter von Matt / Dirk Vaihinger: Die schönsten Gedichte der Schweiz (Nagel & Kimche, Zürich 2002).
Ich lese eine kleine Auswahl meiner Gedichte auf dem Hörbuch Lyrik Zwei – Gelesen von den Autoren (4 CD, Der Hörverlag, München, 2002).
Meine ersten drei Bücher versammeln meine Essays über den von mir übersetzten russischen Dichter Ossip Mandelstam (s.u.):
Europas zarte Hände – Essays über Ossip Mandelstam (Ammann Verlag, Zürich 1995)
Ein Fest mit Mandelstam – Über Kaviar, Brot und Poesie. Ein Essay zum 100. Geburtstag (Ammann Verlag, Zürich 1991)
Ossip Mandelstam – „Als riefe man mich bei meinem Namen“. Dialog mit Frankreich. Ein Essay über Dichtung und Kultur (Ammann Verlag, Zürich 1985)
Außerdem habe ich 1988, zum 50. Todestag Ossip Mandelstams (27. Dezember 1938), im Ammann Verlag das Lesebuch Im Luftgrab – Mit Beiträgen von Paul Celan, Pier Paolo Pasolini, Philippe Jaccottet und Joseph Brodsky herausgegeben.
Das übersetzerische Werk:
Zum 10. Todestag des russisch-amerikanischen Lyrikers, Essayisten und Literaturnobelpreisträgers Joseph Brodsky (19401996) habe ich die bisher umfangreichste Auswahl seiner Gedichte herausgegeben: Brief in die Oase – Hundert Gedichte (Carl Hanser Verlag, München 2006)
In meiner Pariser Zeit erschien auch meine zusammen mit Antoine Jaccottet besorgte Übersetzung einer Auswahl der Gedichte von Johannes Bobrowski: Ce qui vit encore / Was noch lebt (Editions de l’Alphée, Paris 1987; Taschenbuch: Editions de la Différence, Collection Orphée 1993).
BIO-BIBLIOGRAPHISCHE INFORMATIONEN
Ossip Mandelstam – Die Gesamtausgabe in zehn Bänden erscheint in Einzelbänden 1985 bis 2000 im Ammann Verlag und versammelt Gedichte (zweisprachig: russisch/deutsch), Prosa, Essays und Briefe des russischen Jahrhundertdichters Ossip Mandelstam (18911938), übertragen, herausgegeben und kommentiert von Ralph Dutli.
© Ralph Dutli 2018
Ralph Dutli  Schriftsteller
Ich bin Autor und Sprecher des Hörbuchs Russische Literaturgeschichte, erzählt von Ralph Dutli (4 CD, Hörbuch Hamburg 2003). Ein Gang durch tausend Jahre russischer Literaturgeschichte.
Im selben Jahr 2003 erschien das Hörbuch Marina Zwetajewa / Anna Achmatowa: Mit dem Strohhalm trinkst du meine Seele. Gedichte, gelesen von Katharina Thalbach und Ralph Dutli (1 CD, Der Hörverlag, München 2003), das die zwei bedeutendsten russischen Dichterinnen in einem Dialog vereint. Von mir stammen die Zusammenstellung und der Booklet-Essay.
Die Reise nach Armenien (Bibliothek Suhrkamp 1983) ist der erste Text, den ich von Ossip Mandelstam übersetzt habe. Es ist eines der schönsten Reisebücher eines modernen Dichters überhaupt.
Schwarzerde (Bibliothek Suhrkamp 1984) vereint etwa die Hälfte der Gedichte aus Mandelstams „Woronescher Heften", die später ergänzt in den Band Die Woronescher Hefte (1996) der Gesamtausgabe eingingen. Ein Höhepunkt nicht nur der russischen Lyrik, sondern der Weltpoesie.
Marina Zwetajewas 1932 im Pariser Exil entstandener, nicht in ihrer Muttersprache Russisch, sondern in französischer Sprache geschriebener "Brief an die Amazone" mit dem Titel Mein weiblicher Bruder (Matthes & Seitz Verlag, München 1985) ist ein hellsichtiger Prosatext über Allmacht und Grenzen der Liebe.
Der Band Die Geschichte einer Widmung (Ammann Verlag, Zürich 1994) umfasst die Liebesgedichte, die Marina Zwetajewa und Ossip Mandelstam 1916 einander widmeten, sowie einen 1931 im Pariser Exil entstandenen Erinnerungstext Zwetajewas über die Begegnungen mit Mandelstam.
Das Buch Liebesgedichte (Ammann Verlag, Zürich 1997) vereint rund hundert Gedichte Marina Zwetajewas, einer der großen Liebenden der Weltliteratur.
Das Heft „Neue Rundschau“ 2010, 4, enthält meinen Gedichtzyklus „Hörsturz“.
Bio-bibliographische Infos