DAS LIEBESBESTIARIUM
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Richard de Fournival Das Liebesbestiarium Aus dem Französischen des 13. Jahrhunderts übertragen und mit einem Essay von Ralph Dutli   Wallstein Verlag, Göttingen 2014 Verlagsseite zum Buch (dort auch als eBook erhältlich) Herbstprogramm 2014 (Literatur) (Seiten 14–15)
© Ralph Dutli 2018
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Ralph Dutli  Schriftsteller
RICHARD DE FOURNIVAL (1201–1260), ein nordfranzösischer Kleriker und Gelehrter, Chirurg, Astronom, Mathematiker, Alchimist, Bibliothekar, Dichter und Musiker, ist einer der originellsten Autoren des 13. Jahrhunderts: Ein inspirierter Erbe von Ovids Liebeskunst und literarischer Liebesexperte von Format, dessen berühmtestes Werk, das verblüffende Liebesbestiarium, weit über die Grenzen Frankreichs hinaus in Europa wahrgenommen wurde und eine kleine literarische Revolution bedeutete. Der Autor macht sich auf, das Geheimnis des Eros in gewagten Bildern zu erkunden und für die Liebe eine neue, unerhörte Sprache zu finden. In seiner Beschwörung der angebeteten Frau entwirft er einen magischen Liebeszoo zwischen Einhorn und Phönix, Schwalbe und Pantherweibchen, phantastischen und realen Tieren. Er provoziert mit seinem literarischen Verführungsversuch einen der ersten feministischen Texte überhaupt: die entschiedene „Antwort der Dame“, geschrieben von einer – anonym gebliebenen – selbstbewussten Verfasserin. Das Liebesbestiarium ist ein leuchtendes Monument in der Geschichte des Nachdenkens über die Möglichkeiten der Liebe zwischen Mann und Frau, über die Unterschiedlichkeit ihres Begehrens, über Passion und Verfallenheit, Hoffnung und Verzweiflung, Gedächtnis und Liebestod. In 750 Jahren wurde dieses Juwel der mittelalterlichen Literatur noch nie ins Deutsche übersetzt. Es geschieht hier – das gilt auch für „Die Antwort der Dame“ – zum ersten Mal. Außerdem gibt es im Buch ein „Kleines Bestiarium der Troubadours“ und Auszüge aus Nicole de Margivals Verserzählung „Die Liebespantherin“, sowie einen ausführlichen Nachwort-Essay über Richard de Fournival und die Tradition des mittelalterlichen Tierbuches. Nach dem großen Erfolg des Bandes Fatrasien Absurde Poesie des Mittelalters setzt Ralph Dutli seine poetische Erkundung eines unbekannten, fremden und dennoch erstaunlich modern wirkenden Mittelalters fort. Ein amüsantes, hintergründiges, nachdenklich stimmendes Buch zum Staunen.
Pressestimmen
„Was die Liebe mit uns macht, weiß vermutlich niemand besser als der, der unerwidert liebt. Im Liebesbestiarium erweist sich Richard de Fournival als früher Psychologe. Ralph Dutli hat das mittelalterliche Werk erstmals ins Deutsche übersetzt. All dies ist manchmal krude, oft bedenkenswert, und manchmal trifft man auf Überzeugungen, die wohl zu allen Zeiten Wahrheit für sich beanspruchen können. Das Wolfsgleichnis aus dem dreizehnten Jahrhundert trifft man in anderer Gestalt bei einem Autor des zwanzigsten Jahrhunderts wieder: als ‚Grundgesetz der Liebe‘ bei Marcel Proust. Da feiert der Autor die gewaltige, alles bezwingende Kraft der Stimme, und es ist hier nicht allzu weit bis zur Erinnerung an die Schreie Hiobs um Erlösung oder zum ‚De profundis‘ des 130. Psalms. Die Seele schreit hier zur Geliebten, sie schreit dort zu Gott, aber sie schreit jedes Mal um das, was sie als Erlösung ansieht.“ Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. August 2014 Rezensionsnotiz im „Perlentaucher“: „Viele ebenso wunderbare wie bizarre Erkenntnisse über das Verhältnis von Mann und Frau hat Rezensent Tilman Spreckelsen in Richard de Fournivals Liebesbestiarium  gelesen, das jetzt erstmal in einer ausgezeichneten Übersetzung Ralph Dutlis auf Deutsch vorliegt. Der Kritiker liest in dieser mittelalterlichen Poesie des französischen Klerikers, Arztes und Bibliomanen herrlich amüsante Konstellationen, etwa zwischen dem Liebenden und der Kühlen oder zwischen dem Opfer und dem unfreiwilligen Täter: Die die Liebe nicht erwidernde Frau könne doch einfach ihr Herz abwerfen wie ein flüchtiger Biber seine Hoden, rät der Autor beispielsweise. Die Erkenntnisse, die hier ähnlich wie im antiken ‚Physiologus‘ naturkundlich verwissenschaftlicht sind, aber doch insbesondere auf die psychologische Ebene abheben, erscheinen laut dem lesenswerten Nachwort Ralph Dutlis als ‚Akt inspirierter Verweltlichung‘ – Spreckelsen korrigiert hier allerdings: Gerade die Verbindung zwischen Religion und Weltlichkeit macht den Reiz dieses außergewöhnlichen Buches aus.“ (Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. August 2014) „Jetzt hat Ralph Dutli wieder zugeschlagen. Er hat diese hochmittelalterlichen Sexualfantasien ins Deutsche übersetzt. Das Liebesbestiarium ist ein Verführungsversuch, getarnt als gelehrtes Traktat.“ Eberhard Reuß, SWR2, Journal am Mittag, 26. August 2014 „Wie vor vier Jahren die Fatrasien überraschten und amüsierten, so erstaunt das Liebesbestiarium. Beide Werke lassen, dank Ralph Dutlis Übersetzung, eine einzigartige, bisher kaum gekannte Poetik aufleuchten.“ Jörg W. Gronius, Saarländischer Rundfunk SR2, BücherLese, 3. September 2014 „Ralph Dutli hatte mit seinen Büchern über die Olive, den Honig und die Fatrasien (Absurde Poesie des Mittelalters) mich sehr beeindruckt und überzeugt, so daß ich sehr neugierig sein Buch Das Liebesbestiarium gelesen habe. Sein profundes Wissen zur Literatur des Mittelalters und seine spannenden Ausführungen zu den Fabeldichtern wie Äsopos, Krylow und Lafontaine haben mich gefesselt und fasziniert. Insbesondere ist der Beginn seines Essays mit dem Zitat von Nicole de Margival, Die Liebespantherin, der Reiz und auch der Ansporn, sich mit dieser Periode europäischer Literatur weiter zu beschäftigen, vor allem, wenn sie so sorgfältig und kongenial in die deutsche Sprache übertragen ist, wie es Ralph Dutli immer wieder gelingt.“ „Und der Vergleich ist nicht verwegen, denn Worte sind – Atem und Segen“. (Nicole de Margival)   Amazon Kundenrezension:  Dr. Antonis Tsamaloukas, 17. September 2014   „In der vergangenen Woche stellte Ralph Dutli beim Rheingau Literaturfestival sein neues Buch vor. Sein Buch? Ja, obwohl er das Liebesbestiarium gar nicht selbst geschrieben hat. Aber diese Sammlung altfranzösischer und provenzalischer Prosa und Lyrik aus dem dreizehnten Jahrhundert macht Dutli sich ganz zu eigen – nicht nur, weil er sie erstmals überhaupt ins Deutsche übersetzt und in einem umfangreichen Essay kommentiert hat, sondern auch, weil er sie auf eine Weise vorzutragen versteht, die ihresgleichen nicht hat: Dutlis Stimme verändert sich beim Rezitieren zu einem tieferen Ton, als wollte sie deutlich machen, aus welch abgründigen Quellen er diese Funde hat bergen müssen. Und im expressiv-emotionalen Spektrum vom Grollen bis zum Jubilieren zeigt er sie uns als absolut modernen oder besser gesagt: als zeitlosen Lesegenuss.“ Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Feuilleton, 25. September 2014 „Wundersamer Zoo ... Dutlis umfassendes Nachwort erschliesst diese sehr spezifische Literatur auch einem breiteren Publikum. Vielleicht liegt der Reiz dieser Texte im kreativen rhetorischen Aufwand des verbalen Liebesduells. Der wirkt in Zeiten digitaler Kommunikationsökonomie weniger versponnen ‚mittelalterlich‘ als geradezu zauberhaft.“ Ingeborg Waldinger, Neue Zürcher Zeitung, 4. Oktober 2014, (Sonderbeilage „Bücherherbst 2014“ zur Frankfurter Buchmesse) „Es liest sich im Deutschen so, wie man Ralph Dutlis Übersetzungskunst bereits aus seinem Band Fatrasien – Absurde Poesie des Mittelalters kennt: leichtfüßig, direkt, überschwänglich. Der Übersetzer ist begeistert von Poesie und ein Liebender dazu. Der unbedingt lesenswerte Essay zum Abschluss ist ein Beleg großer Gelehrsamkeit des Herausgebers und Übersetzers und eröffnet einen Kosmos altfranzösischer Kultur, aus dem man weitere Entdeckungen lustvoll herbeisehnt.“ Franz Schneider, Rhein-Neckar-Zeitung, 30. Oktober 2014 „Deftig verführerisch geht es hingegen zu im mittelalterlichen Liebesbestiarium, das der Dichter Ralph Dutli zusammengetragen und ins Deutsche übersetzt hat. In dem verbalen Liebesduell, das der Kleriker, Astronom, Dichter und Mathematiker Richard de Fournival (1201–1260) erfocht, erfindet sich der verzweifelt Werbende anfangs als Hahn, später als Wildesel, Wolf, Grille, Löwe oder Wiesel; die stolze Umworbene ist um Antworten nicht verlegen. Hinreißende wie verstörende Dramen zwischen Abweisung und Anziehung wechseln einander ab. Hinzugesellt hat Dutli diesem Text im Band frühe Troubadour- Gesänge, die den Körper beim Lesen zum Singen animieren. So mischt sich Prosaisches und Poetisches; und alle preisen dasselbe: die Geheimnisse des Eros. Zu lange warten ist gefährlich.“ Marie Luise Knott, Lyrikkolumne „Tagtigall“ auf www.perlentaucher.de, 12. Dezember 2014   „Für Furore sorgte Ralph Dutli mit seinen Nachdichtungen von altfranzösischen Nonsense-Gedichten. Erfundenes Mittelalter mochte man meinen – doch alles war echt. Auch mit dem Liebesbestiarium des Richard de Fournival hat Dutli Überraschendes neu entdeckt.“ Adrian Winkler, WDR 5, „Zeichen & Wunder“, 25. Dezember 2014   „Ralph Dutli hat das mittelalterliche Wunderwerk des freigeistigen Kirchenmannes aus dem Französischen des 13. Jahrhunderts übersetzt – und schafft so Gelegenheit, neu und frisch über Liebe und Begehren, Passion und Verfallenheit, Verzweiflung und Gedächtnis nachzudenken.“ Uli Hufen, WDR3, „Gutenbergs Welt“, 11. Januar 2015   „Es wird Zeit für unsere Leseempfehlung im Frühling für alle, die balzbereit sind. Ein Wahnsinnsbuch! Abgefahren exaltierte Liebeslyrik aus dem Mittelalter! So was von 2015! Verschroben, manieriert, extrem kurzweilig! Insgesamt: sehr gelungen! Ein funkelnder Text, der von Ralph Dutli wunderbar übersetzt wurde. Ein charmantes Buch. Als Leser lässt man sich mit großem Vergnügen in den Liebesrausch hineinziehen.“   Literaturhaus Augsburg, Leseempfehlung, 25. Februar 2015 www.facebook.com/LiteraturhausAugsburg „…seine lebendige Übertragung ins Deutsche – die erste überhaupt – ist besonders verdienstvoll … Die klug zusammengestellte Auswahl verwandter Texte präsentiert Ralph Dutli ebenfalls in eigener, äußerst lesbarer Übertragung und schafft es dabei leichthändig, die Reimstruktur der Lieder beizubehalten. Ein kenntnisreiches und gut verständliches Nachwort liefert das nötige Hintergrundwissen … Das Buch präsentiert sich insgesamt sehr ansprechend und fügt der Gattung der Minnereden ein weiteres unterhaltsames und geistreiches Exemplar hinzu, dessen Lektüre sehr empfohlen wird.“   Dorothea Heinig, www.literaturkritik.de, 27. Mai 2015 „Ralph Dutli, vielfach ausgezeichneter Romanautor, Lyriker, Übersetzer und Herausgeber, hat Fournivals Liebesbestiarium erstmalig aus dem Altfranzösischen ins Deutsche übersetzt, und nachdem er 2011 im Chateau Schembs mit seinen Fatrasien seine Zuhörerschaft begeistert hatte, wurde er von Kulturkoordinator Volker Gallé erneut für eine Lesung beim Festival ‚wunderhoeren‘ eingeladen. Im Wechsel mit Sängerin Cora Schmeiser bescherte er der Zuhörerschaft im Heylsschlösschen zwei unterhaltsame Stunden auf hohem Niveau. Mit aufregend angenehmer Stimme trug er vor ...“   Ulrike Schäfer, Wormser Zeitung, 27. Mai 2015