FATRASIEN 
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Ralph Dutli Fatrasien Absurde Poesie des Mittelalters Mit einem Essay von Ralph Dutli Wallstein Verlag, Göttingen 2010 Verlagsseite zum Buch
„Im Schlaf dichten wir den Eierkuchen aus Nichts“ – Vorabdruck in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung [PDF]
Wer auf die Fatrasien aus dem französischen 13. Jahrhundert stößt, traut seinen Augen nicht. Wie kann es sein, dass diese surrealistisch anmutenden, erstaunlich modern wirkenden absurden Sprachspektakel im fernen Mittelalter entstanden sind? Eine tollkühne Phantasie hat hier um das Jahr 1290 Dinge zusammengebracht, die nie und nimmer zusammengehören. Sind es Ausgeburten der Lachkultur, der Karnevalskunst, der „verkehrten Welt“? Sind es hochbrisante Zaubersprüche, heilsame Beschwörungen oder purer Nonsens? Verblüffung ist der Zündstoff der Fatrasie. Ihr Name ist eine Verballhornung der „Fantasie“. Willkommen in Wonderland, in Absurdistan, im Wolkenkuckucksheim.      Der abstruse Zauber dieser extraterrestrischen poetischen Phänomene beruht nicht zuletzt auf ihrer extremen Rarität. Die anonymen Fatrasien aus der nordfranzösischen Stadt Arras und jene des Juristen und Notabeln Philippe de Beaumanoir sind in einer einzigen Handschrift des 13. Jahrhunderts aufbewahrt worden. Dass sie überhaupt überliefert wurden, grenzt an ein Wunder.     Alles, was in der Fatrasie geschieht, hat „unmöglich“ zu sein – und nichts vernünftig. Wo alles vom gesunden Menschenverstand her unmöglich ist, ist im poetischen Sinne alles möglich. Die Fatrasien betreiben eine verwegene und elegante Kombinationskunst. Alles kann mit allem verknüpft werden, Gegenstände, Personen und Tiere, abstrakte Begriffe und konkrete Gesten, Räume und Zeiten. Die Dinge bekommen in den Fatrasien ihr furioses Eigenleben. Die unverrückbaren Gesetze von Zeit und Raum sind außer Kraft gesetzt. Eine Zeit außerhalb der Zeit entwirft einen utopischen Raum, wo nichts mehr unmöglich scheint. Hohes und Niedriges mischen sich hier, Zartes und Krudes. Seltsame Mischwesen vollziehen einen grotesken Reigen, der an die Bildvisionen Hieronymus Boschs denken lässt.     Die Fatrasien vom Ende des 13. Jahrhunderts sind in siebenhundert Jahren noch nie ins Deutsche übersetzt worden. Es geschieht hier zum ersten Mal, als Versuch, eine bisher unbeachtete Wurzel der modernen Poesie und der absurden Literatur freizulegen. Aber auch aus schierem Vergnügen an der phantastischen Freiheit und den Abwegen einer höchst eigenwilligen Dichtung. Die Fatrasie feiert die jugendliche Vitalität der Sprache, deren nie endende Abenteuer.     Der Nachwort-Essay „Fliegende Esel“ von Ralph Dutli erhellt die Spuren absurder Poesie von der Antike bis ins Mittelalter und die literarische Atmosphäre der Stadt Arras. Hingewiesen wird auf die befreiende Rolle des Lachens und der „Verkehrungsfeste“ im Mittelalter, auf die grotesken Darstellungen in der romanischen Baukunst und in gotischen Handschriften, auf die Monster und Mischwesen, die Grimassenschneider und Selbstentblößer, denen der Zeitgenosse bei jedem Kirchgang begegnen konnte. Letztlich bedeutet die Fatrasie die befreiende Lust auf sprachlichen Widersinn. Sie ist der entfesselte Spieltrieb der Sprache, die sich hier selber zum Jubeln bringt.
Kurze Lesung auf Youtube 
© Signe Mähler
Aus dem Verlagsprospekt
Wer auf die Fatrasien stößt, traut seinen Augen nicht. Wie kann es sein, dass diese surrealistisch anmutenden, erstaunlich modern wirkenden absurden Sprachspektakel im fernen Mittelalter entstanden sind? Eine tollkühne Fantasie hat hier um das Jahr 1290 Dinge zusammengebracht, die nie und nimmer zusammengehören. Sind es Ausgeburten der Lachkultur, der Karnevalskunst, der „verkehrten Welt“?     Alles, was in der Fatrasie geschieht, hat „unmöglich“ zu sein – und nichts vernünftig. Alles kann mit allem verknüpft werden, die unverrückbaren Gesetze von Zeit und Raum sind außer Kraft gesetzt. Hohes und Niedriges mischen sich hier, Zartes und Krudes. Seltsame Mischwesen vollziehen einen grotesken Reigen, der an die Bildvisionen Hieronymus Boschs denken lässt.     Verblüffung ist der Zündstoff der Fatrasie. Sie ist der entfesselte Spieltrieb der Sprache, die sich hier selber zum Jubeln bringt. Willkommen in Wonderland, in Absurdistan, im Wolkenkuckucksheim!     Die anonymen Fatrasien aus der nordfranzösischen Stadt Arras sind in einer einzigen Handschrift des 13. Jahrhunderts aufbewahrt worden. Dass sie überhaupt überliefert wurden, grenzt an ein Wunder. Nach mehr als siebenhundert Jahren hat Ralph Dutli sie erstmals ins Deutsche übersetzt, um damit eine bisher unbeachtete Wurzel der modernen Poesie und der absurden Literatur freizulegen.
Der Furz einer Käsemadewollte in seinem Käppchen Rom davontragen. Ein Ei aus Baumwolle nahm den Schrei eines Ehrenmannes beim Kinn. Der Gedanke eines Spitzbuben hätte ihn schließlich fast verprügelt, als ein Apfelkern ganz laut ausrief: »Woher kommst du? Wohin geht’s? Welcome
Die Dichtung ist für Dutli das gelobte Land.          Sein sprachmusikalisches Gehör erlaubt ihm kühne                    deutsche Variationen.                                                                           Kerstin Holm, FAZ
Am Samstag 2. Juli 2016 veröffentlichte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung" in der Rubrik „FRANKFURTER ANTHOLOGIE" Ralph Dutlis Kommentar zur „Fatrasie 23". Welcome! [klick]
Pressestimmen
„Seit den Tagen der Antike, zeichnet der Übersetzer und Herausgeber Ralph Dutli in seinem gelehrten Nachwort die Geschichte des Absurd-Grotesken, Surreal-Bizarren nach, entwarfen Dichter verkehrte Welten und Traumreiche. Genauso haben die Menschen des Mittelalters ihre Freude am Spaß gehabt. (...) Ein Spaß ist das alles, ein wildes Exerzitium der Fantasie. Nichts bleibt in seiner Gestalt, jedes ist ein anderes. Zeit und Raum sind Rausch und Traum, sind verhext und vertauscht. (...) Die Welt der Fatrasien ist eine bemerkenswert anarchische Welt. Befreit von jeder Kausalität, jeder Ordnung, obwohl gerade das Mittelalter die Ordnungen so liebt. Es ist eine Welt der völligen Enthemmung und Entgrenzung, komisch, grausam und lieblich. Himmel und Hölle zugleich.“ Benedikt Erenz, Die Zeit, Literatur (Bücherbeilage zur Frankfurter Buchmesse, No.40, 30. September 2010                                                                                                                                                                   „Surrealisten im 13. Jahrhundert? Spott-, Karnevals- und Verkehrte-Welt-Literatur präsentiert dieser originelle aufschlussreiche Band. Groteskes kennzeichnet die Verse, Satirisches, mal fein, mal derb. Ein erstaunlicher Blick in ein Mittelalter, das an die Bilder von Hieronymus Bosch erinnert.“                                   Aky, Rheinischer Kurier, Nr. 39, 30. September 2010 „Was ist das nur? Gab es lachende Surrealisten schon im 13. Jahrhundert? Oder stammt all dies von einem Ur-Ur-Ur-Ahnen H. C. Artmanns? Schallendes, närrisches Gelächter hebt das Haupt in diesen Poemen. Oben wird unten, unten oben, dem Tod wird poetisch in die Knochen gespuckt, die Ordnung steht Kopf. Hintersinnig zitiert Dutli in seinem klugen Nachwort Vergil: ‚Zauberlieder können sogar den Mond vom Himmel herunterholen.’ Genau das tun sie hier.“ Alexander Kluy, Der Standard (Wien), 2./3. Oktober 2010 „André Breton pries die zufällige Begegnung eines Regenschirms mit einer Nähmaschine auf dem Seziertisch. Das war 1924 als Provokation gedacht. Die Verse ‚Ein halber Scheffel Hafer zapfte sich Blut aus der Vene ab, um Lob einzuheimsen’ entstanden 650 Jahre davor. Sie gehören zu den anonymen Fatrasien aus Arras. Diese aggressiven, ‚wimmelnd-vielgestaltigen’ Verse wurden noch nie ins Deutsche übersetzt. Ralph Dutli hat sie jetzt in einer zweisprachigen Ausgabe vorgelegt. Sein Nachwort hilft dem Leser, den Sinn des Unsinns zu verstehen. Manches klingt, als würde es heute geschimpft. Es geht auch um die Verbindung von Höchstem und Vulgärstem, um die Demonstration der verkehrten Welt, wodurch die wirkliche sichtbar wird.“   Arno Widmann, Frankfurter Rundschau, 2. September 2010 „Das Entscheidende an Fatrasien ist, dass in ihnen kein verborgener Sinn liegt, auch wenn man meint, man könnte sie wie eine Traumerzählung entschlüsseln. Sie manifestieren nichts weiter als sprachliche Anarchie, einen legitimen Akt also, die Regeln zu brechen und sich der Ordnung zu widersetzen.“ Österreichischer Rundfunk, Ö1, Ex libris – Das Bücherradio, 12.09.2010                   „Die Fatrasien... humoristische, karnevaleske, bisweilen völlig absurde Kleinode einer zu ihrer Zeit verfemten Unsinnspoesie. Ralph Dutli gebührt das Verdienst, sie zum ersten Mal ins Deutsche übertragen zu haben, um sie somit auch hierzulande einem breiteren Lesepublikum zugänglich zu machen. Die Begeisterung des Herausgebers und Übersetzers spricht aus jeder Zeile seines überaus interessanten, informativen und ausführlichen Nachwortes, das allein schon den Kauf dieses Buches rechtfertigt. Es nimmt den Fatrasien nichts von ihrem eigentümlichen Reiz, von ihrer bemerkenswerten Frische und Spritzigkeit, die sie sich über die Jahrhunderte hinweg bis heute erhalten haben. Ralph Dutlis Fatrasien: ein Buch sowohl zum Lesen als auch zum Verschenken.“                                                              Werner Fletcher, www.sandammeer.at – die virtuelle Literaturzeitschrift, 08/2010 „Diese Fatrasien sind ein unmögliches, ein absurdes, ein wunderbares Fest! Ich kann nicht aufhören, mich darüber zu wundern, daß es so etwas gibt, daß man so etwas so gut übersetzen kann und daß die Texte so poetisch sind, daß ich das Gefühl habe, durch sie überhaupt erst Poesie wahrzunehmen. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage: In meinem ganzen langen Leben mit dem Mittelalter ist mir so etwas Überraschendes und Großes noch nicht vorgekommen.“                                                                                                                                Kurt Flasch, Brief an den Verlag (Prof. Kurt Flasch ist Spezialist für die Philosophie des Mittelalters, Autor von Monographien über Meister Eckhart, Nikolaus von Kues, Giovanni Boccaccio, Dante- Übersetzer und -Kommentator) „Eine Feier dichterischer Freiheit, die vor allem verblüffen will. In diesen Elfzeilern tritt Obszönes neben Lyrisches, spitzfindige Ironie neben Chaos. Das Jahr hat 14 Monate, gefiederte Bären säen im Ärmelkanal Getreide, bewaffnete Schneckeriche ziehen auf roten Elefanten in den Krieg und geschälte Zwiebeln schreiten singend voran. Raum und Zeit sind aus den Fugen. Seidenstoffe sind aus Wolle und Würste aus Glas. Ambosse tadeln, Apfelkerne schreien und Käsemaden schwingen sich zum Herrscher auf. Pferde haben einen Goldrand und Irland isst man am besten mit Knoblauch. Durch die Fatrasien streichen allgegenwärtige ‚Fürze‘ wie der Hauch der Inspiration. Und zuletzt löscht der Unsinn alles und noch sich selbst aus: ‚Ein Klugkopf ohne Verstand, / ohne Mund, ohne Zähne, / fraß die Welt auf.‘“ Achim Stricker, Schwäbisches Tagblatt Tübingen, 30. Oktober 2010 „Verkehrte Welt war eines der Lieblingsmotive der mittelalterlichen Dichtung. Sie war Ausdruck einer lebendig-subversiven Lachkultur, die der Übersetzer Ralph Dutli mit einer kleinen Kostbarkeit aus Frankreich neu entdeckt hat. Die mittelalterliche Dichtung hält noch immer ein paar erstaunliche, vitale Überraschungen bereit. So absurd und grotesk sich diese Poesie gibt, so wenig darf sie für dumm gehalten werden. Im Gegenteil verraten sie Witz und Bildung und somit einen Mutwillen, der die Welt bewusst ins poetische Chaos stürzt. Fatrasien sind ein Fest für Liebhaber der absurden Poesie und der Spoken Words. Sie zelebrieren in poetischer Vollendung eine Kultur der verkehrten Welt. Ihre derbe, fantastische Komik wirkt ansteckend wie ein aus Paris, Rom und Syrien verfertigtes Hühnerfrikassee: ‚Keiner aß es ohne Lachen‘.“ Beat Mazenauer, Schaffhauser Nachrichten, 27. Oktober 2010 (vom selben Rezensenten stammt die ausführlichereBesprechung unter www.literaturkritik.de) „Ich dichte im Schlaf... Klar, dass die Surrealisten von den Fatras begeistert waren und Paul Eluard 1951 einige in seine ‚Première Anthologie de la poésie du passé‘ aufnahm. Wenn man die Fatrasien in Dutlis Übertragung durchliest, kommt einem unweigerlich ein Kinderspiel in den Sinn, das die Surrealisten gepflegt haben, der CADAVRE EXQUIS, bei dem man (zum Beispiel durch Umfalten des beschriebenen Papiers) den Text seines Vorgängers nicht kennt, aber nach einer vorgegebenen Regel zu grammatikalisch korrekt gebildeten Sätzen mit absurdem Inhalt fortsetzen kann. Die Surrealisten benannten das Spiel nach dem ersten bei ihnen so entstandenen Satz ‚Der köstliche Leichnam trinkt den jungen Wein‘.“ Kurt Bracharz, Miromente, Heft 21, www.miromente.at „Ein Fest purer Poesie... Die Fatrasie ist obszön, erotisch, animalisch, geographisch, kulinarisch, blasphemisch etc., vor allem aber ist sie hochpoetisch. Das zeigt uns der in Heidelberg lebende Lyriker, Essayist und Übersetzer Ralph Dutli, der sein gesamtes Können aufwandte, um uns mit seinem schlanken Büchlein zu verzaubern. Das Absurde ist die Freiheit, die die Kunst braucht.“ Franz Schneider, Rhein-Neckar-Zeitung, 16. November 2010 „Absurde Nonsense-Poesie zu verfassen, ist kein Vorrecht der Moderne. Selbst die romanistische Fachwissenschaft hat sich um diese kuriosen Texte bisher nur beiläufig gekümmert, so dass man, zumal in Deutschland, von einer echten Entdeckung sprechen darf, die Dutli hier präsentiert... Man könnte unablässig weiter zitieren und all die Paradoxien und Lächerlichkeiten Revue passieren lassen. Eine durch und durch verkehrte Welt. In ihr herrschen karnevaleske Willkür, freche Unbotmäßigkeit allen Autoritäten gegenüber, unbändige Lust, mit Obszönitäten zu provozieren.“ Wulf Segebrecht, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Dezember 2010 „Ralph Dutli hat diese seltsam verqueren Lach- und Sachgedichte vollnärrischer Bocksprünge erstmals ins Deutsche übersetzt. Eine Bewusstseinserweiterung der besonderen Art.“ Claus-Ulrich Bielefeld, www.kulturradio.de, (Kulturradio-Tipps für Bücher und CDs zu Weihnachten 2010, Rubrik „Fesselnde Bücher“) „Es gibt bekanntlich mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als wir uns vorstellen können. Und das gilt auch auf dem vermeintlich so sattsam abgegrasten Feld der Literatur. Oder hätten Sie gewusst, dass die Wurzeln absurder Poesie im tiefen, gar nicht so finsteren Mittelalter liegen? Ralph Dutli ist nicht nur ein begnadeter Übersetzer, sondern auch ein vorzüglicher Interpret der von ihm wiederentdeckten Fatrasien. Er bringt die Dinge zum Tanzen, lässt nicht nur den Esel fliegen, sondern auch die Kuh, gibt dem Affen Zucker und dem Pegasus die Sporen. Unsinn aus dem Hochmittelalter: Ralph Dutli und seine fatrasische Übersetzungskunst, aufregend und anregend!“ Eberhard Reuss, SWR2 Musik und Literatur, 11. Dezember 2010 „Famose Fatrasien... Sie unterwandern raffiniert jegliche Erwartungen und verblüffen mit Kombinationseffekten. Sie erfinden lustvoll verspielt und mit antiklerikalem Gestus unerhörte, nie gesehene Szenarien. Alles besteht aus sprachlichen Bildabenteuern mit ungewissem Ausgang. Fliegende Esel, träumende Ratten, Hühnchen-Drachen, bewaffnete Schneckeriche und Kater, die den Mond verkaufen, tummeln sich bei pornographischen Tumulten... Das Fest der puren Poesie ergänzt der Herausgeber mit einem Nachwort, in dem er seineFundstücke als eine bislang unbeachtete Wurzel der modernen Dichtung" preist. Sein Exkurs in die Literaturgeschichte ist kühn und lesenswert.“ Dorothea von Törne, Die Welt, 22. Januar 2011 „Ralph Dutli hat absurde Dichtung des Mittelalters ausgegraben und kongenial übersetzt... Wer sich kein Pferd im Galopp auf einer Tomate vorstellen kann, ist ein Idiot, hat Salvador Dalí einmal gesagt. Der Satz ist ein Bannerspruch des Surrealismus – aber schon mancher Dichter des Mittelalters hätte müde über ihn gelächelt. Denn damals, viele Jahrhunderte vor allen Modernismen, wurde schon munter zusammengemixt, was eigentlich nicht zusammengehört... All das ist eine Revolte gegen Tod und Vergänglichkeit mit der Waffe des Lachens.“ Martin Ebel, Tages Anzeiger (Zürich), 26. Januar 2011 „Was kann der Rezensent dem noch hinzufügen?! Die Fatrasien sind ein Heidenspaß und königlicher Genuss, derbe und fein ironisch, erbaulich und erstaunlich. Poetologische Befreiungsschläge mit einem megalomanen Möglichkeitssinn – absolut lesenswert!“ Pascal Fischer, SWR2 Forum Buch, 27. Februar 2011 „Ist die närrisch obszöne, deftig absurde Poesie des Mittelalters, die Ralph Dutli unter dem Titel Fatrasien aus dem Altfranzösischen übersetzt hat, wirklich so grossartig, wie sie klingt, wenn Dutli sich über sie hermacht? Im Keller eines Leipziger Cafés, wo der Wallstein-Verlag sein 25-jähriges Bestehen feierte, liess sich der Lyriker Dutli als Vortragskünstler erleben, der Sprachbilder ausmalte und klangliche Nuancen zu schmecken gab, und dies in einer so schlemmerhaften Weise, dass auch die Zuhörer eine geradezu gefrässige Lust an der poetischen Speise bekamen.“ Joachim Güntner, Neue Zürcher Zeitung, 21. März 2011 (Bericht über die Leipziger Buchmesse und „Leipzig liest“) „Am Ende tanzen die Käsemaden auf dem Tisch. Fürze feiern Karneval. Würste aus Glas, Eier aus Wolle: Die Welt steht Kopf am letzten Tag der Lit.Cologne, aber es ist nicht der gefürchtete Kölner Klamauk, der sich doch noch der elften Auflage des mit achtzigtausend Zuhörern wieder enorm erfolgreichen Literaturfestivals bemächtigt hätte, sondern das französische Mittelalter. Ralph Dutlis Präsentation absurd-poetischer Fantasien aus dem Arras des 13. Jahrhunderts, die er mit flatternden Lippen vorträgt, gehört gar zu den gelehrtesten Veranstaltungen, in der selbst Thomas von Aquin dank seiner Apologie des reinigenden Lachens seinen wohl ersten Lit.Cologne-Auftritt hat.“ Oliver Jungen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. März 2011 („Bilanz der Lit.Cologne“) „Die umgestülpte Welt... Komik ist gefährlich. Denn sie bedroht vermeintlich gesicherte Tatbestände, Dogmen, Glaube, Ideologien, Gewissheiten. Ein besonders grandioses Kapitel komischer Literatur präsentiert Ralph Dutli. Fatrasien in ihrer ganzen, wirklich umwerfenden Pracht. Hauptsächlich machen die Fatrasien Spaß, bewundernswert ist die Übersetzungsleistung.“ Thomas Wörtche, www.culturmag.de, 25. Mai 2011 „Dem Schweizer Romanisten und Schriftsteller Ralph Dutli ist es zu verdanken, dass nun eine ausgezeichnete Übersetzung aller bekannten Fatrasien vorliegt. So reizvoll die Verrücktheiten auch sein mögen, ohne den gehaltvollen Aufsatz ,Fliegende Esel. Die unmögliche Poesie der ‚Fatrasien‘ wären ohne diese sonderbaren Verse wohl nicht auf ein solch breites Interesse gestoßen. Wenn Ralph Dutli die Fatrasien in ihre literarische Tradition einordnet und Verbindungen zum Karnevalesken und zur ,Lachkultur‘ des Mittelalters zieht, schwingt eine ansteckende Begeisterung mit. Es gelingt ihm, einen Hauch der ,Feststimmung‘ und ,hintergründigen Ausgelassenheit‘ der Fatrasien in einen wissenschaftlich fundierten Text des 21. Jahrhunderts zu transportieren und ihn zu einem wahren Lesevergnügen zu machen.“ Dorothée Leidig, Krtische Ausgabe, Zeitschrift für Germanistik & Literatur, Nr. 21, 2011
© Ralph Dutli 2018