PRESSESTIMMEN
„Wer Ralph Dutli einmal Mandelstam oder Marina Zwetajewa öffentlich hat rezitieren hören – natürlich auswendig, wie es in Rußland Brauch ist – und dabei nicht von Stund an der Poesie verfallen ist, dem ist wahrlich nicht zu helfen. Wenn Ralph Dutli Gedichte liest, erlebt man nicht nur ein Sprach-, sondern eine Art Naturereignis.“ Peter Hamm, Bayerischer Rundfunk (Die zweite Radionacht der Poesie, am 15. Mai 2002 in der Muffathalle in München. Auf CD: LYRIK ZWEI. Gelesen von den Autoren. Der Hörverlag, München 2002) „Wenn Ralph Dutli Gedichte liest, ereignet sich Sprachkunst. In seiner körnigen, kraftvollen Diktion zerkaut er die einzelnen Wörter und extrahiert aus ihnen jenen ungewöhnlichen Sinn, der das Lesen von Lyrik auf charakteristische Weise entschleunigt. Im Gedicht vereinigen sich Autor und Leser zu einer magischen Sprachzelebration. Dutli spricht von einem literarischen Schamanentum, bei dem der Besessene fast gegen seinen Willen von Texten ‚bewohnt‘ wird.“ Ulrich M. Schmid, Neue Zürcher Zeitung „Ralph Dutlis Poetikvorlesung im Zürcher Literaturhaus war ein Fest der Sinnlichkeit, ein poetischer Gesang. Dutli spannt einen Bogen von der Antike Ovids über die okzitanischen Troubadoure bis hin zu Brodsky und eigenen Gedichten. Seine Faszination und Besessenheit von Lyrik wird im Vortrag der Gedichte sinnlich spürbar und überträgt sich auf das Publikum. Mit dem rollenden, zischenden, beschwörenden Vortrag reißt Dutli die Schranken des Fremden ein.“ Yasmine Inauen, „Die Erotik des Lesens und Dichtens“, Tages-Anzeiger „Bei der ersten Begegnung hörte ich Ralph Dutli Verse von Ossip Mandelstam und Marina Zwetajewa im russischen Original und in seiner Übertragung auf eine wahrhaft unerhörte Weise vortragen; da ‚rezitierte‘ nicht jemand fremde Verse, sondern er verkörperte diese sozusagen, er wurde zu ihrem Medium. So entrückt schien er mir – so entrückt und zugleich auf eine fast bestürzende Weise vollkommen präsent als Stimme. Man spürt, man erlebt bei Dutlis Auftritten beglückt, daß für ihn Dichtung keine schöne Nebensache, keine Stimmungssache oder -mache ist, sondern ein Lebensmittel, so notwendig wie Brot und Wein.“ Peter Hamm, Laudatio auf Ralph Dutli (Laudatio bei der Verleihung der Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung von 1859, am 29. April 2004 in Weimar.)
© Ralph Dutli 2018