Ralph Dutli
© Ralph Dutli 2022
Romanautor, Lyriker, Essayist, Biograph, Übersetzer und Herausgeber
TERMINE & LESUNGEN
HEIDELBERG, 8. September 2022, 18 Uhr 30 IWH - Internationales Wissenschaftsforum Universität Heidelberg, Hauptstraße 242: Im Rahmen des Internationalen Kolloquiums der Forschergruppe „La poésie augustéenne“ mit Teilnehmern aus Italien, England, Frankreich und Deutschland mache ich eine mehrsprachige Dichterlesung unter dem Titel „Libelle - Libellula - Libellule - Dragonfly - Draconis musca“, zeige ein paar meiner Gedicht-Experimente, lese Übertragungen von Gedichten aus dem Lateinischen (Kaiser Hadrian; Catull), Okzitanischen (Guilhem IX.), Italienischen (Dante Alighieri), Französischen (Joachim Du Bellay), Englischen (George Herbert), Russischen (Ossip Mandelstam), aber auch eigene Gedichte aus dem Zyklus „Catull-Libelle“. Vom Veranstalter abgesagt WITTENBERG, 10. Oktober 2022, 16 Uhr 30 und 20 Uhr / 11. Oktober 2022 um 10 Uhr Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt, Schlossplatz 1d, 06886 Lutherstadt Wittenberg. Tagung zum Thema „Übersetzen“ aus Anlass der 500. Wiederkehr des Erscheinens von Martin Luthers „Septembertestament“. Vortrag: „Und lern beim Stern, der weiß / Was es bedeutet: Licht.“ Magie und Reflexion, Treueschwur und Verräterglück: Gedanken zum Übersetzen von Gedichten“. Mit Gedichtbeispielen aus der russischen (Ossip Mandelstam, Marina Zwetajewa), englischen (George Herbert), lateinischen (Kaiser Hadrian), italienischen (Dante), französischen Poesie (Guillaume Apollinaire). HEIDELBERG, 25. Oktober 2022, 18 Uhr Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie, Plöck 55. Eröffnungsvortrag der öffentlichen Ringvorlesung „Heidelberger Moderne (1900-1933). Komparatistische Perspektiven auf ein ‘Weltdorf‘.“ [klick] Der Titel meines Vortrages lautet: „Das selige sinnlose Wort der Poesie“: Ossip Mandelstams Heidelberger Zyklus und deutsche Echos in seinem Werk. Der russische Dichter Ossip Mandelstam (1891-1938) verbrachte 1909/1910 ein Semester an der Universität Heidelberg und schrieb hier zahlreiche Gedichte, die ich 2016 in dem Band Mandelstam, Heidelberg. Gedichte und Briefe 1909-1910 (Wallstein Verlag) dokumentiert habe. Es waren die lyrischen Anfänge eines der bedeutendsten russischen Dichter des 20. Jahrhunderts und eines großen Europäers. GAGGENAU, 11. November 2022, 19 Uhr Schule für Musik und darstellende Kunst Gaggenau, Schulstraße 3. Lesung aus dem Buch Das Lied vom Honig. Eine Kulturgeschichte der Biene (Wallstein Verlag), mit musikalischem Programm: Jochen Baier (Flöte), Victor Jägle (Klavier). ELMAU, 24. November 2022, 11 Uhr Schloss Elmau, In Elmau 2: Im Rahmen der Literaturtage auf Schloss Elmau 20.-25.November 2022 (Thema: About Russia and Ukraine) halte ich einen Vortrag mit Lesung: „Sehnsucht nach Weltkultur: Ossip Mandelstam, Dichter und visionärer Europäer“ [klick] Aufgrund seines Beharrens auf der Würde und Freiheit des Individuums, aber auch wegen politischer Gedichte gegen Stalin, den er in einem Epigramm einen „Seelenverderber und Bauernschlächter“ nannte (eine Anspielung auf den „Holodomor“ 1932/1933, die Aushungerungskampagne gegen die ukrainischen Bauern), wurde Mandelstam 1938 verhaftet und starb im Gulag bei Wladiwostok. In seinem Werk finden sich Auflehnung gegen den Nationalismus, Verdammung von Krieg, Verrohung und Gewalt – und ein Plädoyer für Humanität und Menschenwürde. Die Poesie ist der utopische Ort, wo die Freiheit blüht. Sie ist „Gerät zum Einfangen der Zukunft“. So stürzen in der Poesie die Grenzen des Nationalen ein, und das Element der einen Sprache findet seinen Widerhall in der andern, über Raum und Zeit hinweg, denn alle Sprachen sind geeint durch einen schwesterlichen Bund, der fest dasteht auf der Freiheit und Häuslichkeit einer jeden, und in dieser Freiheit sind sie schwesterlich verwandt und in häuslicher Vertrautheit rufen sie sich zu.
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© Catherine Dutli-Polvêche
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